corona.verreiser.de - Ferienlager und Jugendcamps in diesem Sommer?

Informationen, Überlegungen, Strategien zu unseren Kinder- und Jugendreisen in der Corona-Krise

Sommer 2020: Wir fahren!

... wenn auch nicht in alle geplanten Camps, denn in Corona-Zeiten sind besondere Vorsichtsmaßnahmen und Hygienekonzepte gefragt. So verzichten wir dieses Jahr insbesondere auf Gruppenselbstversorgercamps und zu enge Schlafkabinen und Zelte. Aber wir haben kurzfristig zusätzliche Camps organisiert - meldet euch nur schnell an! Unsere neuen Sommerferienlager sind noch nicht alle online buchbar, bitte habt noch ein ganz klein wenig Geduld! Und die Vorfreude auf die nicht durchführbaren Camps - ehrenamtlich und liebevoll vorbereitet - soll nicht umsonst gewesen sein, die holen wir in 2021 einfach nach!

Schnick, schnack, schnuck … oder ein Blick in die Glaskugel!

KINDERVEREINIGUNG, Verreiser, Akademie Ehrenamt … das ist seit jeher auch leidenschaftliches Engagement für Kinderferienlager und Jugendcamps! Für dieses Jahr aber gilt: alle möglichen gesundheitlichen, reiserechtlichen und behördlichen Optionen zu einer möglichen Reisedurchführung sind derzeit völlig ungeklärt, obwohl unsere Reisen fast alle sehr gut bis ausgebucht sind. Wagen wir also einen Blick in die Glaskugel!

Es gibt keine einheitlichen Regelungen

Jedes Bundes- und Zielland sagt etwas anderes. Wir bereisen und durchqueren teils mehrere Bundesländer, studieren so also alle relevanten Branchennewsletter und Verordnungen, die sich von heute auf morgen ändern können, und unterliegen kurzfristigen Szenarien. So kann es passieren, dass vollständige Gruppen, oder auch nur einzelne Menschen daraus, nicht ein- oder ausreisen dürfen. Geöffnete Unterkünfte können auch kurzfristig wieder gesperrt werden und irgendwo da hinten winkt die zweite oder dritte Infektionswelle.

Grenzen zu, Grenzen auf ...

… und wer weiß wann? Unsere geplante Norwegen-Tour, zum Beispiel, führt durch sechs deutsche Bundesländer und drei skandinavische Länder. Dänemark zum Beispiel, gut im Kampf gegen das Virus vorangeschritten, verschiebt seine Grenzöffnung immer wieder nach hinten, Schweden wird so schnell auch nicht die Grenzen öffnen.

Zwischen Dynamik und Vernunft

Ganz ehrlich, ein Ferienlager ist ein Ferienlager ist ein Ferienlager! Mindestabstand einskommafünf Meter, Mund- und Nasenschutz, Einhaltung von Hygieneregeln (auch ohne Corona immer wieder eine spannende Herausforderung), Vermeidung von Körperkontakten (nix mit Köpfe zusammenstecken, knuddeln, knutschen, schubsen und kloppen … letzteres können wir sowieso nicht leiden), das alles widerspricht der lebensnahen Dynamik einer jeden Kinder- und Jugendreise! Aber ihr könnt üben, schon jetzt, in den wieder öffnenden Schulen und Jugendklubs!

Socken und Kaugummis

Bitte räumt Socken, Schlüpfer und Handtücher nur vom Zimmerboden, wenn ihr sicher seid, dass es eure eigenen sind! Hat bisher ja auch super geklappt! :-D Klebt dazu am besten einen Kaugummi auf die Spitze eines Sammelstocks oder bringt eine Grillzange mit! Nein, ernsthaft, wir werden zusätzliche Helfer*innen und Betreuer*innen einsetzen, die auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln pochen!

Hygienekonzepte

Tatsächlich aber bergen Bahn, Busse, Mehrbettzimmer in Gruppenunterkünften, gemeinschaftliche Gruppenverpflegung, Speisesäle und Sanitäranlagen erhebliche Infektionsrisiken. Überall werden gerade fleißig und kreativ zusätzliche Hygienekonzepte und Lösungen erarbeitet, allein das ringt uns Respekt und Hochachtung ab! Diese müssen am Ende nicht nur die Behörden überzeugen, sondern auch uns, als Veranstalter, und vor allem die Eltern und Teilnehmer*innen.

Da war noch was: das Reiserecht!

Spätestens sechs Wochen vor Reisebeginn sollten unsere Ferienfreizeiten gegenüber den Teilnehmenden abgesagt werden, angebunden an die Antragsfrist für kommunale Zuschüsse zu unseren Ferienfreizeiten. Das Reiserecht sieht, je nach Reisedauer, eine 7- bis 20-tägige Rücktrttsfrist vor, gemäß § 651 h BGB. Kurzfristiger, insbesondere auch während der Reise, ginge das nur auf der Grundlage "unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände", z.B. durch unvorhersehbare, behördliche Anweisungen. Immer wieder wird dabei der Begriff der höheren Gewalt verwendet, die europaweiten Reiserechtsänderung des Jahres 2018 fordern allerdings eine „Beistandspflicht des Veranstalters“ gemäß § 651 q BGB. Dies könnte uns unter Corona-Verhältnissen und bei zu kurzfristigen Szenarien-Wechseln im konkreten Fall finanziell oder logistisch überfordern.

Reisen dann eben mal ganz anders?

Die ggf. eingeschränkte bis unmögliche Nutzung von geplanten Ausflugszielen und Freizeitmöglichkeiten birgt zusätzlich die Gefahr, versprochene Reiseleistungen nicht erbringen zu können oder damit den Charakter einer Reise grundsätzlich und unzulässig zu verändern (siehe auch §§ 651 i,k,m BGB). Kommt es zu einer Reise, werden wir ggf. zugesicherte Reiseleistungen (oder gar offene Optionen) neu mit den Eltern vertraglich vereinbaren müssen.

Werden die Reisepreise zu halten sein?

Ersatz-Angebote aus o.g. Gründen, verminderte Teilnehmerzahlen wegen der Hygiene- und Abstandsregeln, zusätzliche Betreuer*innen, kurzfristige Reiserücktritte, auf Grund gesundheitlicher und/ oder wirtschaftlicher Sorgen in den Familien … wir haben unsere Kalkulationen, Preise unter den verschiedenen Szenarien ständig vor Augen, sehen allerdings auch kein einziges, wirklich hilfreiches, Förderprogramm, bezogen auf die neue Situation. Für uns aber steht fest: an den Preisen wird nicht gerüttelt. Zu viele Eltern sind auch finanziell schon von der Krise betroffen.

Hilfen aus der Politik

Wenn euch die Kinder- und Jugenderholung - mit Blick auf Notwendigkeit und Bedarf (!) - ebenso eine Herzensangelegenheit ist wie uns, dann bitte helft uns bei dieser Aufgabe der Jugendarbeit! Die (zumindest sächsische Förderzusage) für die Unterkünfte wissen wir sehr zu schätzen! Respekt, sie ist (auch bundesweit gesehen) nicht selbstverständlich – wenn dies auch nur ein mehr oder weniger großer Tropfen auf den heißen Stein sein kann. Ohne Gäste aber ist das nur die halbe Miete. Wir brauchen realistische, verantwortbare Perspektiven, weniger Bürokratie und ja, auch durchaus etwas mehr finanzielle Unterstützung! Die Zeit läuft uns davon, die Sommerferien stehen vor der Tür, aber auch mittelfristig bleibt die Situation kritisch und existenzgefährdend.

Was sind nun unsere Pläne?

Nach und nach verhandeln wir alle bestehenden Gruppenreiseverträge mit unseren Partnern, mit denen wir grundsätzlich vertrauensvoll und fair, teils über viele Jahre, zusammenarbeiten. Ziel ist es, uns gegenseitig zu unterstützen, schadfrei zu halten und beiderseitige Risiken abzumildern, sofern das Reiserecht dies hergibt. Im Zweifelsfall kündigen wir Gruppenreiseverträge und buchen ggf. neu. Mit dieser Strategie bleiben wir flexibel und arbeitsfähig.

Versprochen: Wir kämpfen um jede Reise!

Grundsätzlich sind wir an der Reisedurchführung interessiert, alternativ auch an der Erarbeitung und dem Besuch von Tagesprogrammen, je nach dem, was gesundheitspolitisch zu verantworten ist! Wir erweitern so unsere geplante Sommerakademie von zwei auf sechs Ferienwochen und konzentrieren uns auf diese Aufgabe. Im zweiten Quartal wird es unter anderem deswegen keine großartig anderen Veranstaltungspläne geben können.

Der Grundsatz aber bleibt Sicherheit!

Wenn wir an einer Reise festhalten, dann wird sie sicher und risikofrei sein! Sollten wir die Reise nicht durchführen können, bekommen die Eltern ohne Probleme ihr Geld zurück oder können ggf. wahlweise die Buchung, Reservierung oder gar Anzahlung für das Folgejahr stehen lassen. Spätestens sechs Wochen vor Reisebeginn offerieren wir, falls erforderlich, unseren gebuchten Teilnehmer*innen konkrete Ersatz-, Rücktritts- oder (teils veränderte) Durchführungsangebote, sofern wir die Reise nicht spätestens drei Wochen vor Reisebeginn gänzlich absagen müssen.

Wie jetzt?

Jean Paul

Das Reisen nimmt so gut wie das Lesen die Einseitigkeit aus dem Kopfe.